ART

Serielles Arbeiten

 

Im Laufe der Zeiten entwickelte ich eine Vorliebe für serielles Arbeiten. Serielle Kunst entsteht durch Reihung, Wiederholung und Variation des immer selben Sujets. Die einzelnen Objekte sind innerhalb der seriellen Reihe durch eine Bildregel verbunden, eine innere Vorgabe also, die ich mir im einzelnen Werk innerhalb der Serie auferlege. Die Serie könnte theoretisch zwar unendlich fortgesetzt werden, ist jedoch in den allermeisten Fällen dennoch mit dem letzten Stück zu Ende. Ich höre einfach irgendwann auf. Die Serienanlässe sind äußerst unterschiedlich. Als ich mir in den achtziger Jahren mit dem, leider tragisch aus dem Leben geschiedenen Künstler und Intellektuellen Christian Böhm – Ermolli im 7. Wiener Gemeindebezirk ein Atelier teilte, standen in eben diesem Atelier riesige Blechkübel mit fetter, roter Ölfarbe. Die frühe Serie roter Figuren ist diesem banalen Umstand geschuldet.

Die stetige Auseinandersetzung mit dem Figurativen – Menschen und Tiere – schulde ich wiederum meinem damaligen Lehrer Rheo Marin Pedrazza. (1924 Lusern bei Trient – 2010 Wien). Rheo studierte an der Akademie der Bildenden Künste bei Elsner und Boeckl. Er war in vielerlei Hinsicht ein Extremist, sowohl als Angehöriger der südlichsten, deutschen Sprachinsel, als auch als politisierender Philosoph, als Misanthroph, als sexueller Mensch und auch als Künstler. Im Winter 1981-82 betrachtete er sein malerisches Oeuvre von 500 Ölbildern als abgeschlossen. Sein wildromantisches Atelier in der Wiener Stumpergasse war räumlicher Ausdruck seines verweigernden Daseins. In meine Ölbilder griff er allerdings oft persönlich ein, seine Pinselspuren sind dort bis heute evident. Ich machte es ihm nach und beendete nach einigen erfolgreichen Ausstellungen im In- und Ausland um das Jahr 1990 meine malerische Tätigkeit.

Nach diesem abrupten Abschluss meiner malerischen Existenz entstanden jedoch weiterhin unentwegt Serien von Zeichnungen. Den Stift habe ich niemals aus den Händen gelegt. Es vergeht kaum ein Tag ohne Zeichnung, wobei mein zentrales Medium, nämlich Skizzenbücher, nicht zum Herzeigen gedacht sind. Dieses Werk entsteht und verschwindet dann im Archiv. Nur das eine oder andere Künstlerbuch ist ein sichtbares Ergebnis dieser ständigen, zeichnenden Auseinandersetzung. Heute interessieren mich vor allem neue Medien wie Foto und Computer. Auch hier ist es oft wieder das Serielle der Anordnung, das mich besonders fesselt. Ironische Objektkunstserien weisen mir den Weg in die Zukunft. Things to come.

nordic woods_ Öl_ Lwd.